Die
Universität Uppsala wirft ein Buch über Erinnerungstherapie ins Feuer
Av Max
Scharnberg, Dozent
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Dieser Artikel ist hier publiziert mit der Genehmigung
des Verfassers. |
Es muss eine einzigartige Gegebenheit sein, dass eine Universität eine von
ihren eigenen Forschungsreporten brennt, und zwar nur weil die hervorgebrachte
und wohl fundierte Resultate gegen die Auffassung (nicht die Resultate) eines
bestimmten Professors streiten. Nicht desto weniger hat Uppsala Universität in
Mai 2009 den Beschluss gefasst sämtliche Kopien von Max Scharnbergs Textual
Analysis of a Recovered Memory Trial Assisted by Computer Search for Keywords
zu vernichten. Nur zwei Monate früher hatte die Universität dasselbe Buch
publiziert in ihrer eigenen Serie Uppsala Studies in Education. Was
geschah oder was wurde entdeckt in der Zwischenzeit?
Eva Lundgren ist Professor in Soziologie. Sie behauptet erstens, dass jeder
Mann den selben Grad von Neigung zu physische Misshandel von Frauen habe. Nicht
einmal chronische Alkoholmissbraucher unterscheiden sich von ihren übrigen
männlichen Geschlechtsgenossen.
Zweitens behauptet Professor Lundgren, dass rituelle Kindermorde in
Schweden häufig vorkommen.
Drittens, Erinnerungen von Kindermord sind zuverlässig, auch wenn die
Erinnerungen auftauchen während psychotherapeutischer Behandlung, und dem
Patienten vollständig unbekannt waren vor der Behandlung.
Viertens, der gerichtliche Södertälje-Fall 1992-1994 machte ihren stärksten
Beweis von den Kindermorden aus. Sie hat Interviews mit der 15-jährige Tochter
durchgeführt. (Ich habe das Mädchen das Pseudonym „Elvira“ gegeben.) Aber
Lundgren hat dabei alle Elviras Beschuldigungen für bare Münze genommen. Sie hat
nicht einmal kontrolliert, ob ihre Aussagen in Lundgrens Interviews mit ihren
Aussagen zu der Polizei übereinstimmen.
Professor Lundgren hat ferner den Grund berichtet, warum sie die vielen
Kindermorde nicht der Polizei gemeldet habe: sie verdächtigt, dass die Polizei
mit den Kindermördern verbündet sei.
Viele Feministen bewundern Lundgren. Viele Anderen sehen sie aber als eine
schwere Last für den Feminismus.
Die übergreifende Situation, warum die Universität den Beschluss der
Buchbrennung Scharnbergs Buch genommen hat, muss beschrieben werden.
In 2005 wurde einen kräftigen Angriff sowohl gegen Uppsala Universität wie
gegen Professor Lundgren gerichtet von einer Reihe von Wissenschaftlern,
darunter Stig Strömholm, der während 1989-1997 der Rektor der Universität war.
Die Kritiker behaupteten, dass Lundgrens Forschung vor ihrer Ernennung zu
Professor nicht zureichend war, um diese Ernennung zu rechtfertigen. Und noch
schlimmer, ihre Forschung während ihrer Zeit als Professor war nicht
wissenschaftlich.
Ihre Schriften implizieren, dass sie mehrere Interviews von den selben
Personen gemacht habe während viele Jahren. Tatsächlich hat sie ein Interview
gemacht. Aber dieses hat sie „re-cycled“ und nach jedem Recycling sehr
verschiedene Information erhalten. Ein Mann hatte das Gefühl, dass er Gottes
Werkzeug wäre, als er seine Frau körperlich bestrafte. Schon in dem ersten und
wirklichen Interview hat Lundgren ihm gefragt, ob er Erektion durch diese
Bestrafungen bekam. Aber nicht bevor die dritte Recycling hat er [angeblich!]
die Frage bejaht.
In dem selben Jahr berief Uppsala Universität zwei Professoren, um Lundgrens Forschung zu würdigen. Es war völlig klar, dass ihre Aufgabe nicht zu beurteilen war, ob ihre Forschung gut oder schlecht wäre, sondern nur ob absichtliche Fälschungen oder Verdrehungen der Tatsachen vorkamen.
Die zwei Professoren waren übereins betreffend er grösste Teil ihrer
Untersuchung. Sie zogen es aber vor separate Formulierungen der endgültigen
Konklusionen zu schreiben. Hier kommt eine Auswahl von den Konklusionen des
einen Professors (Margareta Hallberg):
„Es ist ein ernsthaftes Problem, dass wir nicht Zugang bekommen haben zu
dem Quellenmaterialen, das wir verlangt haben. ... Die empirischen Studien sind
wenige, und Lundgren recycelt ein Mal ums Andere ein kleines Anzahl von
bearbeitete Interviews als empirische Beispiele dafür, dass Normalisierung
[von Gewalt] ein generelle Phänomen in Misshandelsrelationen sei. ... Eine
notwendige Bedingung um zu entscheiden, ob ein Forscher seine Data absichtlich
gefälscht oder verdreht hat, ist, dass das ganze Quellenmateriale zugänglich
ist. Es ergibt sich aus unserer Durchsicht, dass Lundgren das Materiale nicht
ausgeliefert hat. Darum ist es unmöglich die Frage zu beantworten. ... Alles zusammengenommen
hat unserer Nachforschung mehrere ernsthafte Probleme in Lundgrens Forschung.
Wir haben empirische Behauptungen gefunden, für denen empirischer Grund
ermangelt, Zweideutigkeit betreffend Auswahl und Anzahl von Interviewpersonen,
Abwesenheit von alternativen Deutungen, Behauptungen, die ihre eigenen Daten
widerspricht, Verallgemeinerungen gegründet in einer kleinen Basis. Das
bedeutet meiner Meinung nach, dass die Glaubwürdigkeit von Lundgrens Forschung
in Frage gestellt werden muss.“
Mir scheint es, dass die abschliessende Konklusion
des anderen Professors (Jörgen Hermansson) noch harter sei, jedoch mit einem
Ausnahme. Er schreibt nämlich, dass er diese Art von Kontrolle eines Forschers
überhaupt nicht mag.
Zu dem Lundgren-Falle gehört auch einen merkwürdigen Epilog. Lundgren forderte Schadenersatz, weil ihre Forschung untersucht war. Ein Vergleich wurde verhandelt, nachdem Lundgren einen Ersatz auf 100 000 SchwKr erhielt, plus einen extra Lehrer bei ihrer Institution durch sechs Monate. – Sie muss kräftige Unterstützung von einer speziellen Art von Feministen gehabt haben, um Ersatz von dieser Grösse zu erhalten.
Ich habe immer gewusst, dass Lundgren ein
Pseudo-Wissenschaftler ist. Aber ich kennte nicht die Details der Konflikt. Insbesondere
hatte ich keine Ahnung von dem Epilog.
Auch war mir der Gedanke fern, dass die
Institution, die während 25 Jahre alle meine Anträge zum Wissenschaftsrat
besorgt hatte, eine solche Art von Gewissen hatte, dass es ihm nicht zuwider
war wichtige Forschungsresultate und bedeutende methodologische Innovationen zu
vernichten, ausschliesslich um Lundgrens Ansehen zu schützen.
Wie oben gesagt bestand Lundgrens stärkster Beweis von rituellen
Kindermorden in Schweden von Elviras Aussagen in dem Södertälje-Falle. Ich will
alle ihre Beschuldigungen aufreihen. Beide biologische Eltern hatten sie und
ihre ein Jahr jüngere Schwester sexuell missbraucht, seit die Mädchen sechs
Jahre alt waren. Sie hatten auch beide Schwester auf Sexklubs als prostituierte
ausgeliehen seit derselben Alter. Die Eltern waren ferner Mitglieder eines
Vereins, der regelmässig rituelle Kindermorde ausführte. Elvira hatte ihr Vater
nach Polen gefolgt, wo er Kinder gekauft hatte, um sie in Stockholm zu
schlachten. Elvira behauptet, dass sie selbst Kinder getötet habe. So hat auch
eine Reihe von wirklichen Personen getan, u. a. ein Oberlandesrichter und seine
Tochter, die hier „Annette“ genannt wird.
Erstaunlicherweise erwähnt Elvira nie ihre jüngere Schwester („Ingrid“) in
Verbindung mit den rituellen Morden. Anderswo sagt sie aber der Polizei, dass
sie nie einen Freund oder Freundin hatte; keiner wollte ihr Freund oder eine
Freundin sein. Aber Annette berichtet, dass sie und Elvira seit der Vorschule
besondere Freunde waren. Und zusammen mit Ingrid waren sie „Die drei
Musketiere“. Diese Freundschaft dauerte bis Elvira Annette für Mord
beschuldigte.
Elvira hat der Polizei auch die Stellen in dem Walde ausgezeichnet, wo die
Mörder die Knochen der geschlachteten Kinder begraben hätten. 70 Polizeimänner
haben den Wald durchgegraben, unter Leitung von vier Polizeihelikopter. Aber
schliesslich haben hoch qualifizierte Experten aus der KTH Royal Institute
of Technology bewiesen, dass keiner auf diesen Stellen gegraben hat seit
der Eiszeit (das ist deren eigenen Formulierung).
Weiter ist die Polizei ist Stockholm durchgefahren zusammen mit Elvira, in
der Hoffnung, dass sie die Mordplatzen und die Sexklubs finden könnte. An
Odengatan 104 hat sie ein Mordplatz ausgezeigt. Aber das ist ein ganz normales
Haus. An Danderydsgatan 20 hat sie den Eingang zu einem Sexklub wiedererkannt.
Aber hinter dem Eingang gab es ein Fahrradkeller.
Keiner von den Eltern wurde wegen der Morde beim Gericht verklagen. Aber
betreffend sexueller Missbrauch und Zuhälterei wurden beide für schuldig
erklärt. Der Vater bekam die Maximumstrafe für diese Art von Verbrechen, und
die Mutter bekam die hälfte.
Der Södertälje Fall ist wahrscheinlich die grösste
erinnerungstherapeutische Sache, die je von einem schwedischen Gericht
behandelt sei. Es gibt 40 Polizeiverhöre von Elvira. 28 wurden auf Video
aufgenommen und Wort-für-Wort von der Polizei ausgeschrieben. Offensichtlich
ist es den Menschen nicht möglich eine solche gigantische Menge von Information
aufzufassen und zu werten. Und es ist angsterregend, dass einige Richter
glauben, dass sie das leisten können, sogar wenn sie die Bänder ein einziges
Mal durchsehen und durchhören.
Dagegen war ich meine Begrenzung bewusst. Und darum habe ich Assistenz von
einem Computer genommen. Ich habe alle Information in einem ungeheuren
Dokument, die 245 000 Worte umfasst, geskannet. In diesem Dokument kann
ich schnell alle Beispiele finden, wo eine besondere Gegebenheit oder
Erscheinung erwähnt wird. Wer hat zuerst von dieser oder jener Gegebenheit
berichtet? An welche Zeit wusste eine andere Person nichts von derselben? Usw.
Unter meinen vielen Resultaten sind vier so grundlegend, dass ich sie
Kardinalresultate genannt habe. Diese werden jetzt erläutert.
(1) Elviras Pflegemutter weiss buchstablich alles, was Elvira erlebt
hat, einige Wochen oder Monate, bevor Elvira es selbst weiss. Ein
bestimmtes Muster wiederholt sich immer und immer. Die Pflegemutter
telephoniert die Polizei und berichtet, was Elvira an dem vorigen Abend ihr
(angeblich) erzählt habe unter viel Weinen und Zittern. Aber wenn Elvira ihr
Psychotherapeut wenige Tage später besucht, hat sie keine Erinnerung, solche
Erfahrungen jemals erlebt zu haben. Der selbe Mangel von Erinnerungen
kennzeichnet sie, wenn sie noch ein Paar Tage später von der Polizei verhört
wird.
Das Voraus-Wissen der Pflegemutter beweist, dass sie bewusst lügt darüber,
was Elvira ihr erzählt habe. Aber es beweist auch, dass die Pflegemutter die
Person ist, die die Geschichten von den sexuellen Missbräuchen und den
Kindermorden erfunden und in Elvira indoktriniert hat.
(2) Wenn ich versuche die Gegebenheiten zusammenzurechnen, scheint es mir,
dass Elvira um 250 Koitus-Akte erlebt hat. Sie hat jedoch nur konkrete Beschreibungen
von 12 Akte darlegt. Diese letzte Anzahl würde unwichtig sein, wenn es nicht
mit einer anderen Tatsache verbunden war. Elvira behauptet, dass Ingrid
Augenzeuge von 11 unter den 12 konkret beschriebenen Akte wäre. Ausserdem gab
es auch weitere Augenzeugen bei 7 Akte. Der Mutter Geliebter hat Elvira mit
Gewalt genommen in Ingrids Anwesenheit, und Ingrid mit Gewalt genommen in
Elviras Anwesenheit. In einem Sexklub hat Elvira auch angeschaut, dass Ingrid
mit Gewalt genommen war.
An einer Gelegenheit hat Elvira angeschaut, dass Ingrid des Vaters Anus mit
Nagellack mahlte. Aber Elvira erzählt von einem späteren Gespräch, in welcher
Ingrid erwidert habe, dass Elviras Erinnerung fehlerhaft sei. In der
Wirklichkeit war es Elvira, die den Anus mahlte, während Ingrid das anschaute.
Elvira sagt auch aus, dass diese Erinnerung auftauchte bald, nachdem sie
während eine psychotherapeutische Konsultation den Ken Puppen mit Nagellack
zwischen seinen Beinen gemahlt hatte.
Der Lucia-Tag (13. Dezember) ist ein grosses Festival in Schweden. Wir sind
aber keine Auskunft gegen darüber in welchem Jahr die folgende Gegebenheit
geschah. Beide Töchter erweckten ihre Eltern mit Kaffee und Lebkuchenplätzchen.
Sie sangen „Santa Lucia“. Ingrid war Lucia mit einem Kranz von brennenden
Kerzen auf ihr Haupt, und Elvira war ihre Magd.
Jedoch zeigten die Eltern keine Dankbarkeit. Jede hatte unmittelbar eine
Tochter gegriffen, so dass alles Porzellan und alle Kuchen auf dem Boden
fielen. In ihrem Doppelbett hat der Vater normaler Koitus mit Ingrid gemacht,
während die Mutter einen lesbischen Akt auf Elvira ausgeführte.
Ingrid ist keineswegs der einzige „Augenzeuge“, die verneint, dass sie
irgendeine unanständige Handlung beobachtet oder in ihr teilgenommen hat. Alle
„Augenzeugen“ verneinen alles. Und der Mutter Geliebte wurde nie beim Gericht
verklagt.
Eine oder beide Eltern haben in fünf Prozesse teilgenommen; zwei im
Amtsgericht und drei im Landesgericht. Das letzte Team von fünf Richter im
Landesgericht fanden es bewiesen jenseits aller Zweifel, dass der
Lucia-Übergriff wirklich geschehen wäre und zwar in der Form, die Elvira
dargelegt hatte. – Die Richter wussten aber, dass Ingrid dieses Erlebnis
verleugnete. Sie müssen eine eigenartige Logik anwendet haben, um Ingrid aus
der Gegebenheit wegzuschneiden und nicht desto weniger den Vater für schuldig
zu derselben Vergewaltigung zu erklären.
(3) Während der letzten drei Monate, die das erste Polizeiverhör
vorausging, haben verschiedene Personen vier Gruppenzusammenkünfte arrangiert.
Der Vater wurde nie zu diesen Zusammenkünften eingeladen. - An alle vier
Zusammenkünfte sagte Elvira unzweideutig, dass sie keine Erinnerung von
sexuellen Übergriffen habe. Sie wiederholte das Selbe während des ersten Polizeiverhöres.
Bei dieser Gelegenheit hat sie aber zugefügt, dass sie absolut sicher war, dass
kein Übergriff während der letzten 5½ Jahre vorgekommen war (d.h. nachdem die
Familie zu einer Villa umgezogen war). Diese Aussage ist besonders bedeutungsvoll,
weil der Vater ausschliesslich für Übergriffe durch diese Periode verurteilt
war. – Ihr Psychotherapeut hat auch bestätigt, dass sie weder Erinnerungen noch
„Bilder“ vor der erste Polizeiverhör berichtete.
Ferner, in der ersten vier Polizeiverhöre, die zusammen sechs Stunden
umfassen, gibt es keine Spur von irgend einen unter den Verbrechen, für welche
der Vater einige Wochen später verurteilt wurde.
(4) Sowohl in einem Polizeiverhör wie in der letzte Prozess in dem
Landesgericht hat die Mutter berichtet, dass Elvira und der Vater bisweilen in
ihr Zimmer hineingegangen waren und die Tür geschlossen haben. Wenn sie
herauskamen hatte Elvira einen sonderbaren Gesichtsausdruck, als ob der
Vater wütend wäre. Diese Darstellung ist korrekt beschrieben auf Seite 22
in dem Urteil. – Weil die Mutter taub ist, könnte sie es nicht hören, falls der
Vater Elvira einen ordentlichen Anschnauzer gegeben habe. Er kann sie nicht
geprügelt haben, denn alle Familiemitglieder stimmen darin übereins, dass er
die Kinder nicht geschlagen hat seitdem sie sehr klein waren.
Die Rechfertigung der Beurteilung der fünf Richter
betreffend der Schuld und der Grösse der Strafe steht auf Ss. 42 und 44 in dem
Urteil. Jedoch haben die Richter auf diese Seiten völlig vergessen, was die Mutter
der Polizei erzählte, und was die Mutter im Landesgericht bezeugte. Die haben
sogar ihre eigene Darstellung von ihrer Zeugenaussage vergessen, so wie sie auf
S. 22 in dem selben Urteil steht: die Worte in fetten Buchstaben sind
verschwunden. Ferner ist Elviras „sonderbarer Gesichtsausdruck“ als Beweis
umgedeutet, dass das Paar Koitus gehabt habe. Die Richter fahren fort: die
Tatsache, dass der Vater nicht einmal versucht hat, die Übergriffe der Mutter
zu verbergen, beweist, dass die Anzahl der Übergriffe beträchtlich gewesen sein
müsse.
In Wahrheit hat Elvira niemals ihrem Vater von sexuellen Übergriffen
beschuldigt, in ihrem eigenen Zimmer und an solchen Zeiten, wenn die übrige
Familie wach und zuhause war.
Weder Elvira noch ihr Vater könnte erinnern, dass sie jemals alleine auf
ihr Zimmer waren; nicht einmal ohne kriminelle Handlungen. Falls es geschehen
wäre, könnte der Vater sich vorstellen, dass sie TV gesehen oder Musik zugehört
hatten. Die Tür möchte geschlossen sein um zu verhindern, dass der Hund der
Familie (oder in Praxis eher der Elvira) über das ganze Haus haaren möchte.
In fünf Prozesse haben 27 Richter die Schuldfrage entschieden. Keiner von
ihnen hat irgend eine unter meinen Kardinaltatsachen entdeckt. Auch hat keiner
von ihnen das Bedürfnis empfunden, Ingrid von den Gegebenheiten, in denen sie
angeblich teilgenommen hatte, zu fragen.
Was bisher dargestellt ist, sind nur meine vier Kardinalresultate. Ich habe
genug Resultate erhalten, um ein Buch auf 205 Seiten zu füllen. Sein Titel ist Textual Analysis
of a Recovered Memory Trial Assisted by Computer Search for Keywords. In Anfang von März dieses Jahr wurde es
publiziert in der Serie Uppsala Studies in Education. Es wurde auch auf
Internet zugänglich gemacht für kostenlose Herunterladen.
Einige Wochen später wurde das Buch zurückgenommen. Und am 5. Mai hat der
Lektor Lennart Wikander bestimmt, dass die ganze Auflage gebrannt werden muss.
Wikander ist Präfekt an der pädagogischen Institution am Uppsala Universität. Er
hat auch alle Kopien, die ich noch hatte, zurückverlangt. – In Folge von
gänzlich unplanierten Zufälligkeiten war es mir gelungen 40 % von der Auflage
zu retten.
Wikander hat noch einen Schritt gemacht, der als ein Scherz aufgefasst
werden könnte. Er hat von mir verlangt, dass ich sämtliche Kopien, die ich
Forschern in mehr als 15 Ländern gesendet hatte, zurückfordern solle und sie
ihm ausliefern, damit auch die verbrannt werden können.
Ausserdem hat Wikander zwei A4-Seiten mit Argumenten angereiht, die die
Notwendigkeit der Vernichtung der Bücher begründen sollen. Sämtliche
Begründungen handeln um rein formale Fehler, die ich angeblich gemacht habe.
Wikander hat den Journalisten erzählt, dass die Vernichtung überhaupt nichts
mit dem Inhalt des Buches zu tun hat.
Nun, während der letzten 25 Jahren habe ich fünf Bände in Uppsala
Studies in Education veröffentlicht. Bei allen habe ich genau dieselben
„Fehler“ gemacht, die Wikander zusammengestellt hat. Es gibt in toto ein
einzelnes Ding, das ich diesmal anders als gewöhnlich gemacht habe. Und falls
das ein Fehler ist, ist es ein trivialer Fehler, dass mit einem Pennestreich
korrigiert werden konnte. – Man könnte auch den Schluss machen, dass Wikander
mir nicht so viele falsche Regelbrüche zugeschrieben hatte, falls er meinte,
dass der einzige Regelübertritt, den ich wirklich gemacht habe, ausreichend
wäre, um sehr wichtige Forschungsresultate zu vernichten.
In Schweden ist eine lange Debatte über das Buchbrennen aufgekommen.
Abgesehen von ein Paar Freunden Eva Lundgrens hat keiner Wikanders Behauptung
ernst genommen, d.h. keiner hat geglaubt, dass sein Beschluss wirklich auf
formelle Fehler begründet sei. Alle haben unmittelbar verstanden, dass ich den
peinlichen Konflikt aus 2005 wieder aufrissen habe, und dass Lundgrens Ruf auf
Spiel stand.
Ihre eigene Beschreibung der Södertälje-Sache wurde in 1994 publiziert und
erstaunlicherweise nicht in Schweden, sondern in Norwegen. Der Titel ihres
Buches bedeutet „Lassen die kleinen Kinder zu mir kommen“. Elvira ist dem
Pseudonym „Mathilde“ gegeben. Lundgrens eigene Darstellung ist dann und wann
abgebrochen durch kurze Abschnitte aus ihren Interviews mit Elvira oder durch
Elviras Zeichnungen von den Mordstellen. Sämtliche Beschuldigungen sind für
bare Münze genommen. Lundgren hat nicht einmal kontrolliert, ob Elviras
Aussagen in den Interviews mit ihren Aussagen in den Polizeiverhören
übereinstimmen.
Mit anderen Worte, Scharnbergs Buch landete gerade in einem Wespennest. Der
Nachweiss, dass Elviras Geschichten weder von ihr erlebt waren, noch erfunden
waren, sondern erfunden und indoktriniert waren von ihrer Pflegemutter,
beraubte Lundgren ihres stärksten Beweis von rituellen Kindermorden in
Schweden.
Die nachfolgenden Gegebenheiten entlarvten auch wie lang die Universität
gehen möchte. Das Buch war das Resultat von ganztägiger Forschungsarbeit unter
drei Jahren, und wichtige wissenschaftliche Errungenheiten sowie
bedeutungsvolle methodologische Erneuerungen mussten vernichtet werden, um die
pseudo-wissenschaftliche Art von Lundgrens Forschungen zu verbergen.
Der Beschluss Scharnbergs Buch zu brennen könnte auch als ein Signal für
andere Wissenschaftler aufgefasst werden: Keiner sollen Forschungsresultate
publizieren, die Zweifel an Erinnerungstherapie oder an anderen von Eva
Lundgrens Vorstellungen erwecken könnten.
6 November 2009
Textual
Analysis of a Recovered Memory Trial Assisted by Computer Search for Keywords
By Max Scharnberg, Associate
Professor
Uppsala
University Burns a Book on Recovered Memories
By Max Scharnberg, October 5, 2009